Was haben Vegetarismus, Freikörperkultur, freie Liebe, alternative Lebensgemeinschaften und die Hippies von Kalifornien mit einem Hügel im Schweizer Tessin zu tun? In dieser Ausgabe von „Stoner Frank & Frei“ geht es um den Monte Verità bei Ascona – einen Ort, an dem schon um 1900 Künstler, Lebensreformer und Freigeister versuchten, ein vollkommen anderes Leben zu führen.
Frank führt zurück in eine Zeit, in der Industrialisierung, Großstädte, technischer Fortschritt und starre gesellschaftliche Konventionen das Leben der Menschen radikal veränderten. Auf dem Monte Verità entstanden daraus Experimente mit vegetarischer Ernährung, Naturismus, freiem Tanz, sexueller Befreiung und neuen Vorstellungen von Kunst, Psychologie und gesellschaftlichem Zusammenleben. Dabei begegnen uns außergewöhnliche Figuren wie Gusto Gräser, Otto Gross und Hermann Hesse – aber auch die Widersprüche solcher Gemeinschaften zwischen Freiheit, Arbeit, Geld und dem Wunsch nach völliger Unabhängigkeit.
Besonders spannend wird die Geschichte, als sich die Spuren von Mitteleuropa bis nach Kalifornien verfolgen lassen. Deutsche Lebensreformer brachten ihre Ideen in die USA, wo sogenannte „Nature Boys“ bereits Jahrzehnte vor der Hippiezeit einen Lebensstil mit langen Haaren, Naturverbundenheit, vegetarischer Ernährung und einem bewussten Ausstieg aus gesellschaftlichen Konventionen lebten. Was später zur kalifornischen Counterculture wurde, hatte also eine wesentlich längere Vorgeschichte.
Am Ende geht es deshalb um mehr als eine historische Kommune. Es geht um die Frage, wie Ideen über Generationen weiterwirken – und ob gesellschaftliche Außenseiter, Künstler und Pioniere unsere Kultur manchmal nachhaltiger verändern als jene Machtfiguren, die gewöhnlich die Geschichtsbücher dominieren.








