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Die Zukunft unseres Geld(system)s

| 19.12.2025

Der Zusammenprall unterschiedlicher wirtschaftlicher Denkschulen prägt dieses Wirtschafts-Panel: Kritik an Schuldenlogik, Zweifel an zentraler Geldmacht und die Suche nach tragfähigen Alternativen bieten Raum für Kontroversen. Einig sind sich Dr. Eike Hamer, Benjamin Mudlack, Erich Hambach und Günter Hannich darin, dass das heutige Geldsystem strukturell instabil ist und sich zunehmend von realer Wirtschaftsleistung entfernt hat. Ob Zins, Gold, Wettbewerb oder ganz neue Modelle – die Diskussion öffnet Perspektiven, stellt Gewissheiten infrage und lädt dazu ein, Geld neu zu denken.

„Die Deflation ist gefährlicher als jede Inflation.“

Für Betriebswirt Dr. Eike Hamer ist klar: Hauptproblem des Geldsystems ist der Zinseszins als exponentieller Mechanismus, der Wachstum erzwingt und Ungleichheit verstärkt. Goldstandard verschärfe Krisen, meint der Autor („Was passiert, wenn der Crash kommt?“), da er ein dynamisches Wirtschaftssystem an eine fixe Größe binde: „Historische Wirtschaftskrisen sind unter Goldstandard-Bedingungen eskaliert.“ Inflation sei weniger gefährlich als Deflation, da Deflation Überschuldung und Zusammenbrüche beschleunige. Geld sei durch Arbeit und reale Wirtschaftsleistung gedeckt, nicht durch Edelmetalle.

„Der Zins ist ein Koordinationsinstrument, kein Übel.“

Bankenfachmann und Wirtschaftsinformatiker Benjamin Mudlack sieht die Sache mit dem Zins anders: „Zins ist kein Problem an sich, sondern notwendig zur Allokation von Kapital.“ Der Autor („Geldzeitenwende“) findet, dass eher die zentrale Steuerung von Zins und Geldmenge problematisch sei. Er plädiert für Wahlfreiheit und Wettbewerb zwischen verschiedenen Geldsystemen: „Geld soll durch freiwillige Akzeptanz, nicht durch Zwang entstehen.“ Mudlack kritisiert Umverteilungseffekte zugunsten der Erstempfänger neuen Geldes. „Aufgezwungenes Recht ist Unrecht.“

„Realwirtschaft hat mit Finanzmärkten nichts mehr zu tun.“

Für den langjährigen Verkaufstrainer und Vermögensschutz-Experten Erich Hambach ist klar: „Die reale Wirtschaft und Finanzmärkte sind voneinander entkoppelt.“ Er sagt, dass ein reines Schuldgeldsystem ohne reale Bezugspunkte instabil sei. Hambach bevorzugt parallele Geldsysteme mit regionaler oder funktionaler Begrenzung. Und: „Geldsystem müssen mit einem kooperativen Wirtschaftsmodell verbunden sein.“ Von Bedeutung seien auch faire Handelsbedingungen, das fördere Frieden und Stabilität.

„Der Goldstandard hat die Weltwirtschaftskrise verschärft.“

Diplomchemiker, Autor und Wirtschaftsberater Günter Hannich sieht ein zinsfreies Geldsystem als Alternative zum Schuldgeldmodell. Auch er sieht den Goldstandard nachteilig, er habe historisch Deflation und Krisen ausgelöst. Hannich außerdem: „Wirtschaft benötigt eine flexible Geldmenge, angepasst an reale Leistung.“
Und: Die Geldumlaufgeschwindigkeit sei entscheidender als Geldmenge: „Das Geld muss umlaufen – sonst kollabiert die Wirtschaft.“

Die Deflation führe historisch zu Massenarbeitslosigkeit und Kriegen. Hannich befürwortet ausdrücklich regionale Alternativen wie das Wörgler Schwundgeld.


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