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Home Office #672

| 15.08.2026

Wie steht es um die Bundesrepublik – und ist ein immer mächtiger werdender Staat inzwischen selbst Teil des Problems? Im Home Office sprechen Frank Höfer und Robert Stein mit Marcus Pretzell, Rechtsanwalt, ehemaligem AfD-Politiker und heute engagiert bei Team Freiheit.

Pretzell beschreibt, warum er sich politisch von der AfD entfernt hat und worin er den Unterschied zum libertär geprägten Ansatz von Team Freiheit sieht. Seine zentrale These: Bei vielen Problemen – von Migration und Energie über Bürokratie bis zur Finanzierung von NGOs und Medien – müsse stärker über die Rolle und die Macht des Staates gesprochen werden.

Ein Schwerpunkt ist die Migrationspolitik. Pretzell diskutiert Pull-Faktoren, Sozialstaat und kulturelle Unterschiede und warnt insbesondere vor Konflikten zwischen einer individualistisch geprägten Rechtsordnung und clanorientierten gesellschaftlichen Strukturen. Dabei geht es auch um die Frage, welche politischen Antworten überhaupt funktionieren können.

Außerdem geht es um Wokeness, politischen Aktivismus und Saul Alinsky. Pretzell interpretiert moderne Identitätspolitik weniger als geschlossene Ideologie denn als politischen „Werkzeugkasten“ zur Mobilisierung unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen – und zieht dabei Parallelen zu Alinskys Konzept des Community Organizing.

Weitere Themen: der mediale Umgang mit Ulrich Siegmund und der AfD, die bevorstehenden politischen Veränderungen in Sachsen-Anhalt, eine mögliche Corona-Aufarbeitung, die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Frage, ob ein Bundesland einen völlig neuen, schlanken „Grundfunk“ aufbauen könnte.

Als Jurist nimmt Pretzell außerdem § 188 StGB ins Visier und argumentiert, Politiker müssten gerade wegen ihrer öffentlichen Rolle besonders harte Kritik aushalten können.

Zum Schluss wird es grundsätzlich: Welche Ministerien und staatlichen Strukturen braucht Deutschland überhaupt noch? Pretzell plädiert für einen radikalen Bürokratieabbau und eine Wirtschaftspolitik, bei der der Staat Bürger und Unternehmen vor allem eines tun lässt: selbst handeln.

 

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