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Israel, Palästina und das britische Empire – ein ungelöstes Erbe - Effenberger Aktuell #12

| 06.07.2025

Was, wenn der Nahostkonflikt weniger mit religiösem Hass zu tun hat – und mehr mit den strategischen Zielen eines untergehenden Weltreichs?

In diesem aufrüttelnden Interview beleuchtet Wolfgang Effenberger die weitgehend verdrängte Rolle des britischen Empires in der Entstehung des israelisch-palästinensischen Dauerkonflikts. Mit einem Blick auf geheime Abkommen, koloniale Machtausübung und gezielte politische Spaltung erzählt er eine Geschichte, die nicht im Jahr 1948 beginnt – sondern Jahrzehnte früher.

Ausgangspunkt ist der Erste Weltkrieg. Während Europa brennt, plant das britische Foreign Office bereits 1915 die Neuordnung des Nahen Ostens – mit Palästina als zukünftiger Einflusszone. Die Balfour-Deklaration von 1917, häufig als moralisches Zugeständnis an die zionistische Bewegung dargestellt, entpuppt sich unter Effenbergers Analyse als geopolitisches Werkzeug: Ziel war ein jüdischer Staat unter britischer Kontrolle – stark genug, um andere Gruppen zu binden, aber nie wirklich souverän.

Das Interview deckt auf, wie das Vereinigte Königreich über Jahrzehnte beide Seiten – jüdische Siedler wie auch arabische Führer – systematisch gegeneinander ausspielte. Gleichzeitig wird deutlich: Weder Juden noch Araber waren bloße Zuschauer. Innerhalb der jüdischen Gemeinschaft gab es früh Kritik am politischen Zionismus und Warnungen vor einer Instrumentalisierung durch die Kolonialmacht. Stimmen wie Martin Buber, Judah Magnes oder die Bewegung Brit Shalom forderten einen binationalen Weg – vergeblich.

Effenberger zieht ebenso Linien zur Gegenwart: Er zeigt, wie die westliche Nahostpolitik der letzten Jahrzehnte – ob unter Trump, Obama oder Biden – oft auf denselben Mechanismen wie 1917 beruht: Teile und herrsche. Israel, so die These, ist bis heute ein geopolitisches Instrument – damals des Empires, heute westlicher Machtblöcke.

Dabei geht es auch um die Rolle Deutschlands, die Thukydides-Falle zwischen Großmächten und den Versuch, mit vermeintlichen Friedensinitiativen strategische Kontrolle auszuüben. Persönliche Erinnerungen, etwa an den Friedensaktivisten Reuven Moskovitz oder den israelischen Journalisten Gideon Levy, geben dem Gespräch emotionale Tiefe und moralisches Gewicht.

Dieses Interview ist keine Provokation – es ist eine Einladung, Geschichte neu zu denken. Und zu erkennen, dass die Vergangenheit des Nahen Ostens mehr mit europäischen und anglo-amerikanischen Interessen zu tun hat, als viele wahrhaben wollen.

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