Die Suche nach dem wahren Alter der kanarischen Pyramiden geht weiter. Im zweiten Teil berichtet Dominique Görlitz gemeinsam mit Frank Stoner über neue Untersuchungen im Pyramidenpark von Güímar auf Teneriffa.
Im Mittelpunkt stehen ergänzende Messungen, mit denen die bisherigen OSL-Datierungen weiter kalibriert werden sollen. Dafür untersucht das Forschungsteam die natürliche Gammastrahlung direkt an den Bauwerken. Dominique erklärt, warum diese Messungen vor Ort notwendig sind und weshalb sie für eine möglichst präzise Altersbestimmung eine entscheidende Rolle spielen.
Ein besonderer Moment ist die Öffnung eines seit rund 26 Jahren verschlossenen Untersuchungsschachts. Im Inneren erhalten die Forscher Zugang zu tieferen, weitgehend ungestörten Schichten unter der Anlage. Diese könnten künftig sowohl mit klassischer OSL als auch mit neueren Verfahren zur Oberflächendatierung untersucht werden.
Auch die Herkunft der Steine liefert neue Hinweise. Nach den im Video vorgestellten Isotopenmessungen unterscheiden sich die südlichen Pyramiden deutlich von anderen Bereichen des Parks. Die betreffenden Steine könnten demnach aus mehreren Kilometern Entfernung herangeschafft worden sein. Für Dominique spricht dies gegen die verbreitete Erklärung, bei den Anlagen handle es sich lediglich um landwirtschaftliche Steinlesehaufen.
Darüber hinaus geht es um die astronomische Ausrichtung des Komplexes. Sichtachsen verweisen auf den doppelten Sonnenuntergang zur Sommersonnenwende, auf Heiligtümer anderer Kanareninseln und möglicherweise auf Strukturen der Milchstraße. Dominique und der Astroarchäologe Michael Rappenglück interpretieren den Park deshalb als einen möglichen astronomischen und nautischen Lehr- oder Kultplatz.
Weitere Aufmerksamkeit erhält eine neu entdeckte Steinplatte mit auffälligen Symbolen. Diskutiert werden ein Skorpion, ein mögliches Schiffssymbol und Zeichen, die an frühe Schriftsysteme des Mittelmeerraums erinnern. Eine eindeutige Deutung steht jedoch noch aus. Mithilfe einer neuen OSL-Methode sollen auch dauerhaft belichtete Steinoberflächen künftig datiert werden können.
Zum Abschluss geben Frank und Dominique einen Ausblick auf eine geplante internationale Konferenz auf Teneriffa, weitere Untersuchungen an Mumien und Bauwerken sowie die noch ausstehenden Endergebnisse der Datierung. Teil 2 zeigt, wie aus einer umstrittenen Hypothese ein interdisziplinäres Forschungsprojekt mit messbaren Befunden wird.








