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Vom Bürgermeister zum Einzelkämpfer im Landtag – Matthias Berger spricht Klartext

| 15.10.2026

23 Jahre lang war Matthias Berger Bürgermeister und Oberbürgermeister von Grimma – mehrfach mit außergewöhnlich hohen Mehrheiten gewählt. Bundesweit bekannt wurde er spätestens während der Jahrhundertflut 2002, als Grimma schwer getroffen wurde und Berger die Krisenbewältigung vor Ort organisierte. Heute sitzt er parteilos und fraktionslos im Sächsischen Landtag.

Im Gespräch mit Katrin Huß erzählt Berger von seinen Erfahrungen als Kommunalpolitiker, vom Zusammenhalt während der Hochwasserkatastrophe und davon, warum er nach mehr als zwei Jahrzehnten als Bürgermeister in die Landespolitik wechselte.

Dabei übt er deutliche Kritik an der heutigen politischen Kultur. Er spricht über Parteikarrieren, die Schuldenpolitik in Sachsen, die sogenannte Brandmauer, Energie- und Bildungspolitik und seinen Eindruck, dass echte parlamentarische Debatten zunehmend durch vorhersehbare Rituale ersetzt worden seien. Besonders kritisch sieht er die wachsende Verschuldung und die aus seiner Sicht schwindende Eigenständigkeit der Kommunen und Länder.

Berger beschreibt zugleich, warum er mit allen politischen Lagern reden will. Eine gute Idee werde nicht dadurch schlecht, dass sie „vom Falschen“ komme. Die AfD betrachtet er dabei nicht automatisch als Lösung aller Probleme, sondern als Ausdruck einer zunehmenden Unzufriedenheit mit den etablierten Strukturen. Entscheidend sei für ihn, was danach komme: neue Formen politischer Beteiligung, mehr Eigenverantwortung und eine stärkere Rolle der gesellschaftlichen Mitte.

Ein persönliches Gespräch über Ostdeutschland, politische Verantwortung, Brandmauern, wirtschaftliche Vernunft und die Frage, wie Bürger wieder selbst mehr Einfluss auf ihr Gemeinwesen gewinnen können.

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