Monatelang auf der Flucht, in Tschechien von Spezialkräften festgenommen und schließlich in ein deutsches Männergefängnis gebracht. Jetzt spricht Marla-Svenja Liebich exklusiv aus der JVA Zeithain – über ihre Flucht, die Verhaftung, den Gefängnisalltag und den Vorwurf politischer Verfolgung.
Wegen Volksverhetzung und weiterer Delikte wurde Marla-Svenja Liebich zu 18 Monaten Haft verurteilt. Doch statt die Strafe im August 2025 anzutreten, verschwand sie spurlos. Während Medien über eine mögliche Flucht nach Russland berichteten, hielt sie sich tatsächlich in Tschechien versteckt.
Im April 2026 endete die Flucht mit einer spektakulären Festnahme. Nach drei Monaten tschechischer Auslieferungshaft wurde Liebich nach Deutschland überstellt.
Besonders brisant: Obwohl Marla-Svenja Liebich nach deutschem Personenstandsrecht als Frau eingetragen ist, sitzt sie in einem Männergefängnis.
Die sächsische Justiz begründet die Entscheidung mit Sicherheitsinteressen und einer individuellen Prüfung. Liebich selbst sieht darin eine Diskriminierung und erhebt schwere Vorwürfe gegen die Behörden.
In unserem exklusiven Telefoninterview schildert sie erstmals bei NuoViso ausführlich ihre Sicht der Ereignisse:
Warum sie vor dem Haftantritt untertauchte und wie sie ihre Flucht organisierte.
Wie ihre Festnahme durch tschechische Spezialkräfte ablief.
Weshalb sie nach ihrer Auslieferung innerhalb weniger Stunden vom Frauengefängnis Chemnitz in die JVA Zeithain verlegt wurde.
Wie sie die weitgehend isolierte Unterbringung, Anfeindungen durch Mitgefangene und den Gefängnisalltag erlebt.
Warum sie ihre Verurteilung weiterhin für politisch motiviert hält.
Was hinter dem Vorwurf steckt, sie habe das Selbstbestimmungsgesetz bewusst für eine Provokation genutzt.
Welche rechtlichen Schritte sie gegen ihre Haftunterbringung unternommen hat und wann sie auf eine Entlassung hofft.
Wo endet die Entscheidungsfreiheit der Justiz über die Unterbringung von Gefangenen? Kann eine rechtlich anerkannte Frau in einem Männergefängnis untergebracht werden? Und welche Rolle spielen die politische Vergangenheit und die öffentliche Wahrnehmung eines Menschen bei solchen Entscheidungen?
Ein kontroverses Gespräch über Strafvollzug, Geschlechtsidentität, Meinungsfreiheit, Diskriminierung und die Grenzen staatlicher Macht.
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