Warum glaubten die frühen Bibelforscher, den Verlauf der Geschichte aus der Bibel und sogar aus den Maßen der Großen Pyramide von Gizeh berechnen zu können? Frank Stoner zeichnet die Entstehung der Zeugen Jehovas im 19. Jahrhundert nach – von Charles Taze Russells Suche nach verborgenem Wissen bis zu den immer neuen Vorhersagen für Armageddon.
Im Mittelpunkt steht keine pauschale Abrechnung mit den Gläubigen, sondern ein wiederkehrendes Muster: Der Anspruch, einen göttlichen Plan entschlüsselt zu haben, erzeugt Gewissheit – und verleiht denjenigen Macht, die diesen Plan angeblich erklären können. Frank spricht über die Endzeitdaten 1914, 1925 und 1975, den Umgang mit ausgebliebenen Prophezeiungen und den Wandel von einer vergleichsweise freien Bibelstudienbewegung zu einer streng geregelten Religionsgemeinschaft.
Dabei zieht er Verbindungen zu Freimaurerei, New Age und anderen Weltbildern, die Geschichte als festgelegten und berechenbaren Ablauf verstehen. Seine Schlussfolgerung: Wer die Verantwortung für Wahrheit und Zukunft an Propheten, Führer oder geschlossene Systeme abgibt, verliert leicht das eigene kritische Denken. Statt auf das nächste goldene Zeitalter zu warten, gilt es, im Hier und Jetzt selbst zu denken und zu handeln.








