Die Forschungsreise durch Marokko geht weiter: In Teil 2 führt die Route von Dominique Görlitz in den Süden des Landes – entlang der Atlantikküste bis nach Essaouira, dem historischen Mogador.
Gemeinsam mit Frank Stoner spricht Dominique darüber, warum die dortigen Küsten, Häfen und Strömungsverhältnisse für die experimentelle Archäologie und eine mögliche zukünftige Abora-Expedition von besonderer Bedeutung sind. Mit einem steuerbaren Schilfboot in einen Atlantikhafen einzulaufen, stellt völlig andere Anforderungen als eine Fahrt über das offene Meer. Gerade die gefährlichen Strömungen vor Nordwestafrika könnten zur entscheidenden Bewährungsprobe werden.
Ein Schwerpunkt ist der historische Hafen von Mogador, dessen geschützte Lage bereits für frühe Seefahrer interessant gewesen sein könnte. Dominique vergleicht die Situation mit Erfahrungen früherer Abora-Expeditionen und den Fahrten Thor Heyerdahls. Dabei erklärt er, weshalb ein Schilfboot Grundberührungen überstehen kann und welche Rolle die Manövrierfähigkeit bei einer Fahrt gegen Wind und Kanarenstrom spielt.
Auf der Fahrt nahe Essaouira stößt Dominique außerdem auf ein ausgedehntes Feld rätselhafter, in den Fels eingearbeiteter Spuren. Die sogenannten Cart Ruts verlaufen parallel, kreuzen sich und führen teilweise in Richtung Atlantik. Wurden hier einst Boote bewegt, dienten die Rillen einem anderen technischen Zweck oder entstanden sie auf völlig andere Weise? Eine eindeutige Erklärung gibt es bislang nicht.
Im weiteren Gespräch geht es um Überlieferungen aus dem Atlas- und Rif-Gebirge, historische Pfeifenfunde sowie mögliche botanische und archäologische Hinweise auf frühe Kontakte über den Atlantik. Dominique berichtet dabei von Gesprächen mit marokkanischen Archäologen, Pharmazeuten und Botanikern. Die diskutierten Hinweise sollen in kommenden Forschungsprojekten genauer untersucht werden.
Zum Abschluss geben Frank und Dominique einen Ausblick auf weitere Arbeiten: Geplant sind neue Workshops in Marokko, Untersuchungen im Rif-Gebirge sowie Datierungsprojekte auf den Kanaren, den Azoren und möglicherweise in Amerika.
Teil 2 der Marokko-Doppelfolge verbindet Reisebericht, experimentelle Archäologie und offene Forschungsfragen rund um frühe Seefahrt und den Atlantik.








