Nach dem Zweiten Weltkrieg trafen sich in New York einige der bedeutendsten Wissenschaftler ihrer Zeit zu einer Reihe von Konferenzen, deren Einfluss bis heute reicht. Die sogenannten Macy-Konferenzen verbanden Mathematik, Neurowissenschaften, Psychologie, Anthropologie und frühe Computerforschung – und legten entscheidende geistige Grundlagen für Kybernetik, Informationsgesellschaft, moderne Kognitionswissenschaften und letztlich auch Entwicklungen, die bis zur heutigen KI führen.
Im Mittelpunkt standen Begriffe wie Information, Feedback, Rückkopplung, Regulierung und Steuerung. Frank zeichnet nach, wie Forscher wie Norbert Wiener, John von Neumann, Warren McCulloch, Gregory Bateson und Margaret Mead versuchten, Maschinen, Gehirne und soziale Systeme mit gemeinsamen Modellen zu beschreiben. Darin lagen enorme wissenschaftliche Möglichkeiten – aber auch ein grundlegendes Problem: Was geschieht, wenn der Mensch zunehmend selbst wie eine steuerbare Maschine betrachtet wird?
Von dort führt die Sendung weiter zu psychologischer Kriegsführung, Geheimdienstforschung und MK-Ultra, zur Frankfurter Schule und schließlich in die kalifornische Counterculture der 1960er und 70er Jahre. LSD-Forschung, das Esalen Institute und Figuren aus Psychologie, Mystik und Gegenkultur erscheinen dabei als Teil einer viel größeren Entwicklung, in der der Wunsch nach gesellschaftlicher Verbesserung immer wieder mit der Idee von Steuerung und Manipulation zusammentrifft.
Am Ende steht eine Frage, die angesichts von KI und Transhumanismus aktueller kaum sein könnte: Können wir den Menschen vollständig als Informationssystem verstehen – oder fehlt einem rein materialistischen Modell genau das, was menschliches Leben erst ausmacht? Für Frank liegt darin die entscheidende Grenze des kybernetischen Weltbildes.








